Presse

Rheinische Post

Ausgabe vom 19.8.2006

Zwei Frauen in der Mongolei

Von RitaW

Durch die wilde Steppe kamen sie geritten . . .

Eine Reise in die Mongolei ist bis heute ein Abenteuer. Also hatten sie sich gut vorbereitet: eine Ausstellung über Dschingis Khan besucht und mit einem deutschen Archäologen gesprochen, der in der Mongolei einen Palast Dschingis Khans ausgräbt. Sie hatten also eine Vorstellung. Aber was ist schon eine Vorstellung im Vergleich zur Erfahrung?

Ein paar Wochen später hält ihr Bus in der Steppe, unmittelbar neben einer weißen Jurte, in die sie eingeladen werden. Quarkbrocken gibt es zur Begrüßung und Airag, vergorene Stutenmilch. Die Jurte ist nur mit dem Nötigsten eingerichtet und wird durch ein Loch in der Mitte des Dachs spärlich erhellt.

Die Nomaden sind freundlich, unvoreingenommen, offen. Immer wieder bauen sie ihre Jurten ab und wechseln die Weidegründe. Ein einfaches Leben. Ganz anders, als das der beiden Frauen. Viele Dinge sind anders hier: Die Landschaft ist grün, weit und hügelig. Die Sprache klingt wie Zauberformeln. Ein Spiel spielt man mit Schafsknochen. Man hat noch ein Gefühl für Zeit.

Die beiden Frauen probieren alles aus. Üben sich im Bogenschießen. Reiten mit den Nomaden durch die Steppe. Erleben die Mongolei. Und schreiben auf, was sie erlebt haben.
Und das ist das Besondere an dieser Geschichte. Das ist der Grund, warum sie erzählt wird. Denn dies ist nicht nur eine Reisegeschichte. Dies ist auch die Geschichte von zwei ungewöhnlichen Frauen. “Mir ist da eine Geschichte eingefallen, eine Geschichte über zwei mongoloide Damen, die durch die Mongolei reisen”, sagt Veronika Hammel.

Veronika Hammel und Angela Fritzen sind Reporterinnen beim Magazin “Ohrenkuss”, in dem Menschen mit Down-Syndrom über ihr Leben erzählen. Sie wurden oft als “Mongos” beschimpft und fragten sich irgendwann, wer diese Mongolen sind, denen sie so ähnlich sein sollen. Und so begaben sich Angela Fritzen und Veronika Hammel zusammen mit der Chefredakteurin von “Ohrenkuss”, Katja de Bragança, auf diese außergewöhnliche Reise.

Angela Fritzen und Veronika Hammel haben ihre Reiseerlebnisse dokumentiert. In ihren eigenen Worten schildern sie ihre Erlebnisse und Erfahrungen. Und die sind es wert, gelesen zu werden.

Ein Team des Magazins GEO hat die Gruppe begleitet und berichtet im August-Heft über diese außergewöhnliche Reise. Wer aber die Mongolei aus der Sicht von Angela Fritzen und Veronika Hammel erleben möchte, kann deren Reisetagebuch auf der Homepage von Ohrenkuss oder in deren aktuellem Magazin nachlesen. Und das ist wirklich zu empfehlen, denn diese Geschichte ist ein echter Ohrenkuss. Was ein Ohrenkuss ist? Das erklärt das Magazin selbst:

“Man hört und sieht ganz vieles – das meiste davon geht zum einen Ohr hinein und sofort zum anderen Ohr wieder hinaus. Aber manches ist auch wichtig und bleibt im Kopf – das ist dann ein Ohrenkuss.”